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GEMEINSAM.SICHER mit der Jägerschaft

Im Bezirk Lilienfeld gelang unter Federführung des Bezirkspolizeikommandos und der Polizeiinspektion Lilienfeld in enger Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft das ausgezeichnete Projekt „GEMEINSAM.SICHER mit der Jägerschaft“. Nun fand ein neuerliches Abstimmungsgespräch mit Vertretern der Jägerschaft, der Bezirkshauptmannschaft und Polizisten statt.


 

© NÖN

Obwohl das Projekt bereits seit dem Jahr 2015 läuft, gelang es in weiterer Folge unter dem Schirm von GEMEINSAM.SICHER in Österreich, die Jägerschaft im Bezirk Lilienfeld und die örtlich zuständigen Polizistinnen und Polizisten eng zu vernetzen. So konnte die Zusammenarbeit bei Verkehrsunfällen mit Wild, die von der Verständigung der Jägerinnen und Jäger bis zur beiderseitigen Rechtssicherheit im Umgang mit erheblich verletzten oder getöteten Tieren reicht, beachtlich verbessert und auf ein professionelles Niveau gehoben werden.

In dem nun statt gefundenen Abstimmungsgespräch zeigte sich, dass GEMEINSAM.SICHER mit der Jägerschaft ein hohes Maß an gegenseitigem Verständnis erreicht hat und das Projekt in seinem siebten Jahr des Bestehens ein wertvoller Bestandteil von GEMEINSAM.SICHER in Österreich geworden ist.

Ein besonderer Dank für das außergewöhnliche Engagement über die Jahre hinweg gilt Major Michael Hochgerner und AbtInsp Josef Eigelsreiter.





25 Jahre Gewaltschutz: Häusliche Gewalt als gesamtgesellschaftliches Problemfeld bekämpfen

Am 29. April 2022 fand ein Symposium zum Thema "25 Jahre Gewaltschutz" in Wien statt. Ausgerichtet wurde das Symposium von Innen- Justiz- und Frauenministerium.


 

© BMI / Gerd Pachauer

Vor 25 Jahren wurde in dem als „Gewaltschutzgesetz“ bekannten Katalog an gesetzlichen Maßnahmen der Grundstein für die moderne Präventionsarbeit gegen Gewalt in der Privatsphäre gelegt. Mit diesem Bundesgesetz zum Schutz vor häuslicher Gewalt war Österreich Vorreiter in Europa. Es schützt alle Personen, die im familiären Bereich von Gewalt getroffen sind, unabhängig von Alter, Geschlecht, Familienstand und Beziehung zur gefährdenden Person.

Häusliche Gewalt ist ein komplexes soziales Problem, in dem viele Player miteinander eng kooperieren: Exekutive, Gerichte, Kinder- und Jugendhilfe sowie Gewaltschutzzentren und andere Nicht-Regierungsorganisationen. „Um gegen Gewalt im privaten Bereich konsequent vorgehen zu können, braucht es eine enge Vernetzung zwischen Polizei und den Gewaltschutzeinrichtungen. Diese Zusammenarbeit ist ein international anerkanntes Vorzeigemodell. Ziel ist, den Opfern umfassenden und nachhaltigen Schutz zu ermöglichen“, so Innenminister Gerhard Karner.

Laufende Erneuerung

Neben der Zusammenarbeit dieser Stellen ist auch eine ständige Evaluierung und Modernisierung des Gewaltschutzes wichtig. Aus diesem Grunde erfuhr der Schutz vor Gewalt in der Privatsphäre im Herbst 2021 seine jüngste Modernisierung: Mit knapp 25 Millionen Euro wurde hier größte Gewaltschutzpaket seit jeher geschnürt.

Ein zentraler inhaltlicher Punkt war die institutionalisierte, opferschutzorientierte TäterInnen-Arbeit, als besondere Maßnahme zur Vorbeugung künftiger Gewalttaten. So müssen Gefährder und Gefährderinnen, gegen die ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen worden war, an einer mindestens sechsstündigen Gewaltpräventionsberatung in einer Beratungsstelle für Gewaltprävention teilnehmen. Die Kosten von voraussichtlich neun Millionen Euro pro Jahr übernimmt das Bundesministerium für Inneres.

Außerdem wurde ein automatisches Waffenverbot für GefährderInnen bei Aussprache eines derartigen Betretungsverbotes eingeführt. Ein besonders effizientes und wichtiges Werkzeug beim Gewaltschutz sind die Fallkonferenzen zum vorbeugender Schutz von gefährdeten Personen. Es handelt sich hierbei um koordinierte Konferenzen mit Behörden und Einrichtungen, die öffentliche Aufgaben vollziehen, wo besondere Einzelfälle (z.B. „High Risk“) analysiert werden.

Ein weiteres Werkzeug für Opfer von häuslicher Gewalt ist der neu implementierte „Stille Notruf“. Diese als Handy-App entwickelte Lösung ist eines von vielen Mitteln, das potenzielle oder tatsächliche Opfer von Gewalt in der Privatsphäre schützen kann.

Breite Unterstützung bei zuständigen Stellen

„Österreich hat mit dem Gewaltschutzgesetz international eine Vorreiterrolle im Gewaltschutz eingenommen. Heute wird so viel Geld wie noch nie in den Gewaltschutz investiert, alleine heuer fließt mehr als die Hälfte des Rekord-Frauenbudgets von 18,4 Millionen Euro in den Gewaltschutz. Trotzdem hört unsere Arbeit im Gewaltschutz nie auf, denn jeder Fall von Gewalt an Frauen und Mädchen ist einer zu viel. Jede Frau und jedes Kind soll ein Leben frei von Gewalt leben können. Daher werde ich auch in Zukunft mit allen Akteurinnen und Akteuren geeint gegen Gewalt an Frauen in Österreich vorgehen“, so Frauenministerin Susanne Raab.

Justizministerin Alma Zadić: „Mit der Einführung des Gewaltschutzgesetzes vor 25 Jahren fand ein gesellschaftlicher Wandel statt. Zuvor waren Gewalttaten im familiären Umfeld individuelle Probleme der Frau – nicht der Täter war das Problem. Dass das heute nicht mehr vorstellbar ist, ist eine frauenpolitische Errungenschaft. Es gibt aber noch immer viel zu tun. Die zahlreichen Frauenmorde der vergangenen Jahre sind ein Auftrag an uns alle, weitere gesamtgesellschaftliche Veränderungen in Gang zu setzen, damit das Leben von Frauen und Mädchen in Österreich sicherer wird.“

Jüngste Zahlen und Daten zum Gewaltschutz

Zwischen 1997 und 2022 wurden seitens der Sicherheitsexekutive insgesamt ca. 161.650 Betretungs- und Annäherungsverbote nach den Bestimmungen des Sicherheitspolizeigesetzes ausgesprochen. Von 2020 bis dato werden ca. 28.750 derartige Maßnahmen gezählt, davon ca. 3.700 Personen allein 2022 (Zählweise seit 2020 anders, deshalb nicht mit Vorjahren vergleichbar und gesondert angeführt). Mehr als 90% der weggewiesenen Personen waren und sind männlich.

Seit Mitte der 2000er Jahre ist eine tendenzielle Steigerung in den Statistiken zu erkennen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Maßnahme „Betretungsverbot“ an Akzeptanz dazugewonnen hatte. Der Rückschluss, dass es aufgrund der steigenden Zahlen auch ein „mehr an Gewalt“ gäbe, ist kriminalpolizeilich nicht valide. Es ist eher davon auszugehen, dass sich durch die zunehmende Akzeptanz das Dunkelfeld der nicht gemeldeten Vorfälle stetig verringert hatte.

Seit November 2021 wurden bundesweit rund 4.000 GefährderInnen in den Beratungsstellen für Gewaltprävention beraten bzw. zu dem mehrstündigen Training verpflichtet.

Maßnahmen innerhalb der Polizei

„Gewaltschutz gehört zu den zentralen Aufgaben der Polizei in Österreich. Seit 25 Jahren wird die Aus- und Fortbildung in diesem Bereich ständig weiterentwickelt und durch die enge Vernetzung mit den Gewaltschutzzentren professionalisiert“, sagt Gerhard Karner.

Seitens des Innenministeriums werden alle Maßnahmen, Prozesse und Ausbildungen im diesem komplexen Bereich der häuslichen Gewalt laufend evaluiert, modernisiert und verbessert. Federführend ist hierbei das Bundeskriminalamt.

Eine zentrale Maßnahme der vergangenen Jahre war und ist hierbei die Ausbildung von speziell ausgebildeten Präventionsbeamtinnen und -beamten, deren Zahl von 500 auch 800 erhöht wurde. Diese Polizistinnen und Polizisten haben eine Sonderausbildung und stehen bundesweit flächendeckend für den Phänomenbereich des Gewaltschutzes intern und extern als ExpertInnen zur Verfügung. Das Ziel ist es, in jeder Polizeiinspektion einen der eine dieser Profis stellen zu können.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Schulung und Fortbildung des bestehenden Polizei-Corps im thematisch komplexen Feld des Gewaltschutzes. Diese Ausbildungen erfolgen in der Regel gemeinsam mit den Gewaltschutzzentren und der Interventionsstelle Wien.

Nicht zuletzt erwähnenswert ist die Vorreiterrolle der LPD Wien bei der Implementierung des s.g. „GiP-Supports“ (Gewalt in der Privatsphäre). Es handelt sich hierbei um eine Hotline, bei der speziell geschulte und erfahrene Bedienstete die Ersteinschreiter bei einem einschlägigen Einsatz unterstützen, bspw. durch Gefährdungseinschätzungen (ODARA-Prognoseinstrument) oder Hilfe bei juristisch komplexen Amtshandlungen.

Ausblick

„Es braucht einen Schulterschluss der gesamten Gesellschaft. Sie muss Frauen, die Opfer von Gewalt werden, noch mehr ermutigen, die Gewaltspirale zu durchbrechen und die Polizei zu rufen. Unser gemeinsames Ziel ist, Zivilcourage zu fördern, wenn Menschen Gewalt in Beziehungen erkennen oder wahrnehmen. Eine sensibilisierte Zivilgesellschaft ist der beste Garant für die Reduzierung von Gewalthandlungen“, so Gerhard Karner.

Die Arbeit mit Opfern und gegen das Phänomen der häuslichen Gewalt ist in allen modernen Gesellschaften eine Herausforderung. Wie auch in anderen Ländern wurde auch in Österreich seit Längerem festgestellt, dass eine allein sicherheits- oder kriminalpolizeiliche Herangehensweise ein derart komplexes kriminalsoziologisches Problem nicht lösen kann, weshalb mittlerweile seit vielen Jahren eine enge Kooperation zwischen verschiedenen staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen besteht.

Neben den oben angeführten internen polizeilichen Anpassungen und Modernisierungen gibt es auch gesellschaftlich gesehen Verbesserungspotenzial. Dies betrifft etwa die Stärkung der Zivilcourage (Erstatten von Anzeigen bei der Polizei bei verdächtigen Wahrnehmungen, bspw. in der Nachbarschaft), den weiteren Abbau von vorurteilsbehafteten Stigmata gegenüber Opfern von häuslicher Gewalt, aber auch den weiteren Ausbau der Akzeptanz und der Kenntnis der Gewaltschutzmaßnahmen, vor allem bei besonders gefährdeten Opfergruppen.





GEMEINSAM.SICHER mit der REWE International AG

Am 19.04.2022 wurde zwischen dem Bundesministerium für Inneres und REWE die Kooperationsvereinbarung „GEMEINSAM.SICHER mit der REWE International AG“ unterzeichnet.


 

© BMI / Jürgen Markovecz

Die neue Kooperation "GEMEINSAM.SICHER mit der REWE International AG" umfasst die Zusammenarbeit betreffend kriminalpräventive Maßnahmen mit den Schwerpunkten Cyberkriminalität, Ladendiebstahl/Bandenkriminalität, Physical ATM Attacks (Bankomat-Einbruch) und Telefonbetrug.

Bei der Vertragsunterzeichnung vor Ort waren der Bundesminister für Inneres, Gerhard Karner sowie REWE-Vorstand Ressort Immobilien, Herr Robert Nagele.

Anschließend wurden bei einem Rundgang durch die Lager, Arbeitsabläufe erklärt und Fragen rund um die Lagerlogistik beantwortet.

Zur REWE-Group gehören BILLA, BILLA PLUS, PENNY, ADEG und BIPA. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lebensmittelhandel sehen sich in ihrem Arbeitsalltag fallweise mit herausfordernden Situationen wie aggressivem Kundenverhalten oder Überfällen konfrontiert. Gemeinsame Maßnahmen im Zuge dieser Zusammenarbeit sollen dazu beitragen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der REWE-Group aufzuzeigen, wie sie schwierige Situationen bewältigen können.

 

© BMI / Jürgen Markovecz

Präventionsbedienstete sollen zukünftig, in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbeauftragten, Sicherheitskoordinatorinnen und Sicherheitskoordinatoren, präventive Inhalte für die REWE-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter näherbringen.

Durch geeignete Ansprechstellen auf beiden Seiten werden die Reaktionswege verkürzt und Informationen über aktuelle Bedrohungen schneller zu den Handelsunternehmen gebracht.

Die Kooperation „GEMEINSAM.SICHER mit der REWE International AG“ bildet eine wesentliche Maßnahme, um das Gefahrenbewusstsein im Handel zu stärken und die Umsetzung präventiver Maßnahmen in den Unternehmen zu verbessern.

„GEMEINSAM.SICHER in Österreich“ wird zukünftig eine enge Schnittstelle zwischen der REWE Group und der Polizei bilden.





Cybercrime: Bundeskriminalamt und Handelsverband stärken Zusammenarbeit im Rahmen der Prävention

Ein Fünftel der Befragten haben Erfahrungen mit Fake-Webshops - BMI und Handelsverband präsentieren Studienergebnisse im Rahmen von "GEMEINSAM.SICHER im Onlinehandel


 

© BMI

Die Digitalisierung öffnet uns weltweit viele Türen, doch leider mit einem bitteren Beigeschmack. Denn egal; ob es sich um Schadsoftware, Datendiebstahl oder digitale Erpressung handelt, die Möglichkeiten von Cyber-Kriminellen nehmen gerade in diesem Bereich rasant zu – auch im Onlinehandel. eCommerce boomt, im Corona-Jahr 2021 ist die Branche in Österreich um 20 Prozent gewachsen. Mit steigendem Umsatz wächst aber auch das Risiko für Betrug, so die zentrale Erkenntnis der SICHERHEITSSTUDIE 2021, die vom Handelsverband in Kooperation mit dem Innenministerium und dem Bundeskriminalamt durchgeführt wurde.

"2021 sind Cybercrime-Delikte im Vergleich zu 2020 um 28,6 Prozent angestiegen. Ein Grund dafür ist die COVID-19-Pandemie, die Auswirkungen auf unterschiedlichste Bereiche unseres Zusammenlebens hat. Auffallend ist, dass sich Kriminalität von traditionellen Formen hin zu neuen Phänomenen wendet", sagt Innenminister Gerhard Karner.

62 Prozent der Handelsbetriebe Opfer von Betrug im Netz, 24 Prozent bereits mehrmals

"Das pandemiebedingte Wachstum an Webshops und Onlinebestellungen führte zu häufigeren Delikten, neuen Betrugsmaschen und deutlich höheren Schäden. Handlungsbedarf ist gegeben. 2021 waren fast zwei Drittel der heimischen Händler Opfer von Betrug im Netz, ein Viertel schon mehrmals. Damit steht Internetbetrug weit oben auf der Liste potenzieller Bedrohungen für den Handel. Die Schäden nehmen zu und gehen teilweise in die Millionen", bestätigt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Ähnlich ist die Situation auf Konsumentenseite: Jeder Zweite schätzt die Gefahren im eCommerce als hoch ein. Für Online-Shopper zählt Sicherheit mittlerweile zu den wichtigsten Kaufkriterien.

"Der eCommerce-Boom ist auch den Kriminellen nicht entgangen. Sie nutzen die vermeintlichen Schwachstellen im Bestellprozess von Webshops für ihre Machenschaften. Die missbräuchliche Verwendung real existierender Identitäten beim Kauf auf Rechnung stellt den Großteil der angezeigten Delikte im Jahr 2021 dar", so Manuel Scherscher, stellvertretender Direktor des Bundeskriminalamts und Leiter der Initiative „GEMEINSAM.SICHER in Österreich“.

Betrugsformen: Abstreiten des Erhalts der Ware und Angabe verfälschter Daten am häufigsten

Die Arten von Betrug, mit denen Onlinehändler konfrontiert werden, sind mannigfaltig. Zu den gängigsten Betrugsformen zählen aktuell der Retourenbetrug (48 Prozent), Bestellungen, die nicht bezahlt werden können (50 Prozent), die Angabe verfälschter Namens- oder Adressdaten (55 Prozent) und insbesondere das Abstreiten des Erhalts der Ware (63 Prozent).

Finanzielle Schäden durch Online-Betrug steigen rasant

Bezogen auf die Gesamtstatistik zeigt sich, dass die Schadenssumme der Betrugsfälle im Onlinehandel 2019 noch mehrheitlich (55 Prozent) unter 500 Euro lag. 2020 hat sich das Schadensausmaß signifikant erhöht: Nur noch ein Fünftel der Schadenssummen lag unter 500 Euro, in 30 Prozent der Fälle verloren die Handelsbetriebe hingegen zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Auch der Anteil der Fälle mit einem Schaden von bis zu einer Million Euro ist von zwei auf 13 Prozent angewachsen.

"Die Händlerinnen und Händler haben in ihren Geschäftslokalen stets sicheres Shopping ermöglicht, gleiches gilt es auch für die ‚digitale Filiale‘ – den Webshop – zu gewährleisten. Die österreichische Sicherheitsstudie 2021 hat gezeigt, dass ein Drittel der heimischen Onlinehändler noch keine Betrugsvermeidungslösung im Einsatz hat. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Sicherheit zu geben, kostet deutlich weniger, als nichts zu tun. Nachdem auch ein Drittel aller heimischen Konsumentinnen und Konsumenten bereits negative Erfahrungen mit Cybercrime gemacht hat, muss der Handel größtmögliche Sicherheit im digitalen Raum gewährleisten, um Neukunden zu gewinnen und Stammkunden nicht zu verlieren", ist Rainer Will überzeugt.

Payment: Kreditkarte (88 Prozent) und PayPal (85 Prozent) bei heimischen Webshops am beliebtesten

Um das Betrugsrisiko zu reduzieren, kombinieren die heimischen Onlinehändler meist verschiedenste Schutzmaßnahmen – und verzichten dafür auch auf potenzielle Mehrumsätze. So setzen 55 Prozent der Befragten auf sichere Zahlungsmethoden und 29 Prozent auf eingeschränkte Lieferoptionen, etwa ausschließlich Inlandslieferungen. Die gängigste Zahlungsmethode im eCommerce ist die Kreditkarte, mit der in 88 Prozent der Webshops bezahlt werden kann. Auch PayPal wird laut Studie von 85 Prozent der Onlinehändler angeboten.

Gütesiegel: Trusted Shops, Österreichisches E-Commerce-Gütezeichen und Trustmark Austria am bekanntesten

Auch die Relevanz von eCommerce-Gütesiegeln wurde im Zuge der SICHERHEITSSTUDIE thematisiert. Die meistgenutzten Anbieter sind hierzulande das Trusted-Shops-Gütesiegel (35 Prozent), gefolgt vom Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen (27 Prozent) und dem Siegel Trustmark Austria (23 Prozent) sowie dem Ecommerce Europe Trustmark (das alle Trustmark Austria-Träger zusätzlich kostenfrei erhalten) mit einem Nutzungsgrad von 13 Prozent.

Bei den Logistik- und Fulfillmentpartnern hat die Österreichische Post mit einer Nutzungsrate von 71 Prozent deutlich die Nase vorne. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen DHL (31 Prozent) sowie DPD (30 Prozent). In puncto Identitätsprüfung liefern sich CRIF (37 Prozent) und der KSV (35 Prozent) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitze. Auch Rang 3 liegt Arvato mit einer Nutzungsrate von 15 Prozent. Diese drei Anbieter führen auch das Beliebtheitsranking bei der Bonitätsprüfung im eCommerce an.

Consumer Check: 1/3 hat bereits negative Erfahrungen mit Schadsoftware gemacht

Neben der Unternehmensseite wurde für die SICHERHEITSSTUDIE 2021 auch die Konsumentenperspektive beleuchtet. In Kooperation mit Mindtake Research wurden hierfür 500 österreichische Verbraucher und Verbraucherinnen zu ihren Erfahrungen mit Cyberkriminalität befragt.

Top 5 Cybercrime-Arten aus Konsumentensicht:

  • Infizierung von Computern mit Schadsoftware, z.B. Viren, Trojaner (33 Prozent)
  • Datendiebstahl, Hacker-Angriffe, Phishing (15 Prozent)
  • Betrug bei Online-Transaktionen, z.B. Zahlung ohne Leistung (14 Prozent)
  • Identitätsdiebstahl (6 Prozent)
  • Digitale Erpressung, z.B. mittels Ransomware (6 Prozent)

Darüber hinaus gab fast ein Fünftel der Befragten (19 Prozent) an, bereits zumindest einmal Opfer eines Fake-Webshops geworden zu sein. Die überwiegende Mehrzahl der Konsumentinnen und Konsumenten schützt sich mit Virenschutz-Programmen (78 Prozent) gegen Cyberangriffe, 68 Prozent setzen auf regelmäßige Security Updates, 63 Prozent haben eine Firewall im Einsatz, 29 Prozent schränken die Zugriffsrechte für Dritte bewusst ein, immerhin 26 Prozent verschlüsseln ihren Daten und 7 Prozent nutzen Anonymisierungsdienste wie TOR.

Innenministerium setzt auf Ausbau der Präventionsmaßnahmen im Kampf gegen Cybercrime

"Als Innenminister liegt mir die Sicherheit der Menschen in Österreich am Herzen. Besonders in einer Zeit, in der Cybercrime-Delikte zunehmen, soll gesagt sein: Auch die Kriminalität im Internet ist eine Straftat, die nicht hingenommen wird. Daher werden wir den Kampf gegen Cybercrime noch stärker forcieren und den Fokus auf die Präventionsarbeit richten. Ich möchte mich beim Handelsverband und dem Bundeskriminalamt für die Umsetzung dieser wichtigen Studie zu einer sicheren Zukunft bedanken", sagt der Innenminister.

"GEMEINSAM.SICHER im Onlinehandel" soll Prävention stärken

Eines zeigt die SICHERHEITSSTUDIE 2021 deutlich: "Es ist aus Sicht der Polizei unumgänglich, ein besonderes Augenmerk auf den Faktor Sicherheit im Online-Handel zu werfen. Die Polizei forciert neben der Repression, der Verfolgung der Täter, verstärkt auch den präventiven Aspekt. Mit ‚GEMEINSAM.SICHER im Onlinehandel' haben das Bundeskriminalamt und der Handelsverband eine Plattform geschaffen, die es den heimischen Händlern ermöglicht, Sicherheitsaspekte bei der Etablierung ihres Webshops stets mitzudenken. Die Kooperation zwischen Polizei und Privatsektor stellt ein wesentliches Element dar, die Sicherheit im Onlinehandel zu verbessern", erklärt Manuel Scherscher das Ziel der Kooperation.

Hierfür wurde im Handelsverband das Ressort "Sicherheit im Handel" unter der Leitung von Robert Spevak, Abteilungsleiter Revison und Sicherheit bei METRO Österreich, eingerichtet.

"Wir bedanken uns bei Bundesminister Gerhard Karner, Manuel Scherscher und seinen Kolleginnen und Kollegen im Bundeskriminalamt für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Bereitschaft, den österreichischen Händlern das Thema Sicherheit im Onlinehandel noch intensiver zu vermitteln und gemeinsam Akzente zu setzen", sagt Rainer Will abschließend.

Über die "SICHERHEITSSTUDIE 2021"

Die zweite Ausgabe der SICHERHEITSSTUDIE wurde vom österreichischen Handelsverband in Kooperation mit dem Innenministerium und dem Bundeskriminalamt durchgeführt. 143 heimische Unternehmen aller Handelsbranchen und Größenordnungen (vom EPU bis zum Konzern) haben teilgenommen und den Online-Fragebogen vollständig und fristgerecht ausgefüllt. Der Erhebungszeitraum betrug acht Wochen, Studienende war der 9. November 2021.

Weitere Informationen zum Thema Cybercrime und Betrug im eCommerce sowie zum Schwerpunktthema Blackout-Vorsorge erhalten Sie beim SICHERHEITSGIPFEL 2022 am 24. Mai im Bundeskriminalamt. Mehr dazu hier https://www.handelsverband.at/events/handelszone/handelszone-sicherheitsgipfel-2022/.





Anradeln in Bad Radkersburg

Das Bundeskriminalamt und die Landespolizeidirektion Steiermark informierten am 9. April 2022 im Rahmen der Initiative „GEMEINSAM.SICHER in Österreich“ beim Rad-Opening „Anradeln in Bad Radkersburg“.


 

© LPD Steiermark

Das Rad-Opening „Anradeln in Bad Radkersburg“ am 09.04.2022 fiel zwar schlussendlich den Wetterkapriolen im April zum Opfer, doch das konnte die Initiative „GEMEINSAM.SICHER in Österreich“ vertreten durch das Bundeskriminalamt und die Landespolizeidirektion Steiermark nicht davon abhalten, das gegenseitige Verständnis unter den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern zu fördern. Gerade hier setzt GEMEINSAM.SICHER in Österreich an, das Miteinander auf der Straße, sei es mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß, zu fördern.

Trotz des unwirtlichen Wetters gelangen gute Gespräche mit unerschrockenen Radfahrerinnen und Radfahrern, mit besonderer Unterstützung der Fahrradpolizei aus Graz. Die anschließende Gesprächsrunde im Sicherheitszentrum von Bad Radkersburg zeigte, dass GEMEINSAM.SICHER in Österreich in den Bezirken Südoststeiermark und Hartberg-Fürstenfeld mit großem Engagement erfüllt ist. Besonderer Dank gilt den beiden Beamten der Landespolizeidirektion Steiermark für die ausgezeichnete Vorarbeit und Organisation, was auf ein sonniges „Anradeln 2023“ hoffen lässt.





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